Geschichte

Die Geschichte unseres Flugplatzes

1964 bis 1974:

 

Mit der Pistenverlängerung von 460m auf 600m im Jahre 1964 wird auch der uneingeschränkte Segelflugschlepp und die Pilotenausbildung möglich. Der erste Pilotenkurs hatte knapp 20 Teilnehmer. Aufgrund der schwierigen geografischen Lage mussten aber die ersten Alleinflüge von Flugschülern in Graz erfolgen.

In der Folge steigt die Anzahl der in Kapfenberg tätigen Vereinspiloten rasch an und die älteren 150er Cessnas werden durch modernere mit Heckfenster und gepfeiltem Leitwerk ersetzt. Ergänzt wurde die Flotte bald auch durch eine

4-sitzige Cessna 175 (OE-DCK), welche dann Ende der 60er Jahre durch eine moderne und stärkere Cessna 182 (OE-DDU) ersetzt wurde. 1971 erweiterte sich die Flotte auch um eine neue Cessna 172 (OE-DLW).

Parallel dazu ging der Ausbau des Flugplatzes voran. Ein großzügiger Segelflugzeughangar wird 1966 in der damals neuartigen Leimbinder-Holzbauweise fertiggestellt.

1967 übernimmt Herbert Schwaiger für 9 Jahre die Führung des Flugplatzrestaurants und prägte damit für lange Zeit das Erscheinungsbild.

1969 wird ein „Kontrollturm“ errichtet. Kontrolliert wurde aber im rechtlichen Sinne nicht wirklich, hier befand sich bis in die 90er Jahre eine sogenannte Flugsicherungshilfsstelle. Besetzt wurde diese durch ortsansässige Beamten der Gendarmerie, nämlich durch die Herren Graf und Riedler, welche zuvor an der Bundessportschule Spitzerberg eine Pilotenausbildung erhalten hatten.

Im selben Jahr kommt der Begründer des Flugplatzes, Josef Pantak bei einem tragischen Flugzeugabsturz ums Leben.

Bis 1974 wird dann auch die Aufstockung des Betriebsgebäudes fertiggestellt. Darin befinden sich moderne und großzügige Unterkünfte für Flugschüler sowie ein Schulungsraum und ein Aufenthaltsraum.

 

1974 bis 1983:

 

In dieser Zeit verstärkte sich das Engagement der AUA am Flugplatz Kapfenberg. Viele AUA Piloten waren durch ihre Aktivitäten im Bereich des Segelfluges heimisch geworden und der Flugplatz empfahl sich durch die moderne Infrastruktur für weitere Aufgaben. Anfangs wurden hauptsächlich AUA Kurse zur Erlangung des Funksprechzeugnisses am Flugplatz Kapfenberg durchgeführt, bald folgten ganze Privatpilotenkurse sowie fortgeschrittenes Flugtraining. Auch ein einfacher Flugsimulator, ein Singer-Link GAT-1, wurde beschafft und bis Ende der 80er Jahre in Kapfenberg betrieben.

 

Die Flotte wuchs Ende der 70er Jahre auf eine recht ansehnliche Größe an. 3 Cessna C-150 (OE-ATM, OE-ATN, OE-ALN), 2 Cessna C-150 Aerobat (OE-ATC, OE-ATW), 1 Cessna 172 (OE-DTY), 1 Cessna 182 (OE-DDU), 2 Cessna 170 als richtige Oldtimer mit Spornrad aus 1955 (OE-DAD, OE-DBD) sowie die Schleppmaschine Bellanca Scout BL-28 (OE-AOF) waren nur mit Mühe in den Hangar zu bringen. Bei den Segelfliegern gab es von Ka-8, Ka-7, Blanik, Pirat, Cobra, ASW-15 und ASW-17 sowie Bocian eine große Auswahl an Vereinsflugzeugen der Segelflugvereine KSV und F&G Bruck.

 

Zwischendurch stationierte die ASKÖ auch 4 brandneue Cessna C-152 und eine der beiden Cessna 210 Centurion (OE-DKD, OE-DKI) für die AUA Pilotenausbildung in Kapfenberg.

 

 In Spitzenjahren zählte man somit bis zu 20.000 Flugbewegungen im Jahr und der Stamm der festangestellten Fluglehrer und Betriebsleiter wuchs auf 4 Personen. Zum langjährigen Betriebsleiter Paul Pawelka kam sein Sohn Eduard Pawelka, der Fluglehrer Paul Meichenitsch und der Segelfluglehrer Öhler. Ehrenamtlich waren die Motorfluglehrer Josef Graf und Hollergschwandtner sowie der Segelfluglehrer Ing. Adolf Mayerhofer in der Pilotenausbildung tätig.

 

Ende der 70er Jahre wird Kapfenberg auch Standort für die Hubschrauberpiloten-Ausbildung. Das Luftfahrtunternehmen Heli-Austria stationiert einen Hughes 300 Helikopter und den Fluglehrer Josef Gartlgruber am Flugplatz. Die Ausbildungen laufen recht gut an und einer der bekanntesten österreichischen Hubschrauberpiloten, Siegfried „Blacky“ Schwarz, lernt hier sein Handwerk.

 

Nachdem aber die Nachfrage an Pilotenausbildungen für Hubschrauber wieder nachgelassen hatte und sich der Standort wegen der doch schwierigen Topografie und des lärmsensitiven Umfeldes als nicht zukunftsträchtig erwies, wurde die Hubschrauberausbildung in Kapfenberg wieder eingestellt.

 

In einer anderen Sparte der Luftfahrt arbeite die Firma Land und Forstflug von Helmut Hörschgl. Der Flugunternehmer Hörschgl ist österreichischer Agrarflieger der ersten Stunde und vertrieb Stare von den Weingärten im Burgenland mit nahezu historischen Piper J-3C Flugzeugen, liebevoll auch „Starfighter“ genannt. Seine weiteren Flugzeuge waren bis hin nach Libyen im Sprüheinsatz. Hörschgl, immer eng mit Kapfenberg verbunden, betrieb von Kapfenberg aus einen regelmäßigen Bannerschleppdienst für Luftwerbung im Mur- und Mürztal.

 

Am „High End“ hinsichtlich des verwendeten Fluggerätes im Agrarflug Geschäft, bewegte sich die Firma Flug Service GmbH. Gegründet 1978 in Kapfenberg durch Wolfgang Pantak, dem Neffen von Josef Panak, Günter Pantak, dem Sohn von Josef Pantak und durch einen hier geborenen Geschäftsmann, operierte die Firma in Ägypten und im Sudan. Die Flotte bestand zu Spitzenzeiten aus 3 Ayres Turbotrush (400 und 500) sowie aus 4 Airtractor AT-400. Beide Fabrikate waren mit Pratt and Whitney Propellerturbinen mit Wellenleistungen zwischen 680 und 800 PS ausgestattet. Noch heute zählen insbesondere die Airtractor Maschinen zu den leistungsfähigsten und robustesten Agrarflugzeugen der Welt. Gesprüht wurden Dünger und Insektizide, hauptsächlich auf Baumwollfelder.

  

Die Flugzeuge der Flug Service GmbH waren häufig an der „Homebase“ LOGK zu sehen und Wolfgang Pantak begeisterte zuweilen mit simulierten Sprüheinsätzen am Flugplatz.

Nachdem durch eine Änderung der Gesetzeslage Aufträge ausländischer Anbieter für Einsätze in Ägypten nur über einen ägyptischen Agenten abgewickelt werden durften, wurde die Arbeit der Flug Service GmbH erschwert. Als dann ein ägyptischer Partner eine Summe in Höhe eines Jahresumsatzes veruntreute, geriet das Unternehmen in erhebliche Schieflage. Trotz eines gewonnenen Amtshaftungsprozesses floss kein Geld und die Firma wurde nach 10-jährigem Bestehen aufgelöst. Die letzte Maschine, eine AT-400 (OE-EGP), wurde nach Ägypten verkauft und im Juli 1988 von Hans Gaida nach El-Mansura im Nildelta überstellt.

 

Der Flugplatz wurde auch verstärkt von Gästen mit eigenem Flugzeug genutzt. Einige schwere zweimotorige Flugzeuge waren zeitweise in Kapfenberg stationiert, darunter eine Piper Twin-Commanche und sogar eine Cessna 310. In dieser Zeit gab es auch einen fast Direktanflug aus den USA durch den Industriellen Walenta mit seiner für diese Zwecke modifizierten Cessna 310.

 

1984 bis 1995:

 

Da der Flugbetrieb auf der Graspiste nicht verlässlich durchgehend möglich ist, zieht sich die AUA Anfang der 80er Jahre aus Kapfenberg zurück und verlegt den Flugbetrieb wieder nach Graz. Die ASKÖ und die Steirische Motorflugunion schulen die AUA Piloten in einer Arbeitsgemeinschaft noch bis Ende der 80er Jahre weiter, dann übernimmt die AUA die komplette ASKÖ Flugschule in Graz. Die Zeit der Stagnation in der Luftfahrt scheint vorbei zu sein und alle europäischen Fluglinien schlagen einen dramatischen Expansionskurs ein. So auch die AUA und damit ist es auch notwendig, mehr Piloten auszubilden und das auch komplett in eigener Regie zu tun und von niemand abhängig zu sein.

Die Übernahme der ASKÖ Schule in Graz und damit der meisten Flugzeuge hatte auch andere Gründe. Der Vollbetrieb in Kapfenberg und Graz war ohne entsprechende Förderungen nicht möglich. Förderungen blieben mehr und mehr aus, dies auch deshalb, weil die politische Notwendigkeit - die Luftfahrt konnte langsam auf eigenen Beinen stehen - sowie der politische Wille mehr und mehr im Schwinden begriffen war.

Die verbleibenden Flugzeuge wurden entweder verkauft oder in Kapfenberg weiterbetrieben, wobei hier in erster Linie die älteren und einfacheren Maschinen an unserem Standort weiter zum Einsatz kamen.

Ende der 80er Jahre verloren wir eine Cessna C-150 Aerobat (OE-ATC) bei einem Flugunfall, bei dem die Insassen aber nur leicht verletzt wurden. Weniger glimpflich verlief 1995 der Absturz einer weiteren Cessna 150 Aerobat(OE-ALF).

Die Jahre 1990 bis 1995 waren wohl die schwierigste Zeit für den Flugsport in Kapfenberg. Zumindest bei den Motorfliegern brach die Jahresleistung aller Flugzeuge von 2.000h auf 500h ein. Mitglieder wanderten ab und neue Flugschüler waren schwer zu finden. In dieser Zeit endeten auch die Arbeitsverhältnisse der letzten hauptamtlichen Flugbetriebsleiter und Fluglehrer am Flugplatz, nämlich die von Paul und Eduard Pawelka. Die Flugsicherungshilfsstelle wurde wegen der geringen Auslastung des Flugplatzes geschlossen.

1995 endete auch das direkte Engagement der ASKÖ am Flugplatz Kapfenberg, der verbleibende Flugzeug- und Gerätepark ging für einen symbolischen Geldbetrag an die KSV, der ohnehin Betreiber des Flugplatzes und Eigentümer der Liegenschaft war.

 

1996 bis 2010:

 

Airbus A-320 Kapitän und Fluglehrer Hans Gaida.

Die KSV startete die Saison 1996 mit einer Cessna C-150 (OE-ATN), einer Cessna C-150 Aerobat (OE-ALF), einer Cessna 172 (OE-DTY), einer Cessna 182 (OE-DDU) und einer Schleppmaschine Bellanca Scout (BL-28).

 

Die Talsohle wird 1998 mit nur 300 Gesamtflugstunden durchschritten. Der Absturz der OE-AOF im selben Jahr mit 2 Todesopfern trägt sein Übriges dazu bei. Wo früher aus dem Vollen geschöpft werden konnte, ist nun verstärkt wieder harte Aufbauarbeit und Eigeninitiative der Mitglieder gefordert. 1998 wird daher auch gehandelt und eine neue, sehr starke Schleppmaschine, eine Socata R 235 (OE-DKS) angeschafft. Sie sollte neue Impulse für die Segelflieger bringen, weil damit auch schwere Segler sicher vom Kapfenberger Flugplatz in die Höhe geschleppt werden konnten. Die R 235 ist überdies ein 4-Sitzer mit einer vollverglasten Kabinenhaube, also ideal für Rundflüge. Leider war die Maschine nicht einfach zu fliegen und war im Unterhalt und Betrieb sehr teuer. Damit blieb sie hinter den Erwartungen weit zurück und wurde letztendlich sehr wenig genutzt.

 

2005 übergab der langjährige Geschäftsführer der Flugschule Reinhold Schinagl das Staffelholz an den A-320 Kapitän und Fluglehrer Hans Gaida.

 

2010 bis Heute:

 

2010 wurde mit der Planung für die Umgestaltung des Betriebsleiterraumes begonnen. Aus dem alten Raum entstand ein Veranstaltungsraum, der vom Lokal genutzt werden kann und daneben entstand der neue Betriebsleiterraum mit neuen Toiletten. In diesem Rahmen wurde auch der Vorplatz erneuert, die EDV Anlage modernisiert und eine Videoüberwachung installiert. Seit 2011 ist der neue Raum in Betrieb.

Bereits 2009 begannen die Vorbereitungen und Planungsarbeiten für die Errichtung einer neuen Tankstelle. Die Planung gestaltete sich aufgrund der großen zu erwartenden Kosten und der notwendigen Bewilligungen als schwierig. So dauerte die Planung fast 4 Jahre und der Bau konnte 2012 begonnen und abgeschlossen werden. Sehr viele freiwillige Stunden waren notwendig, um das große Projekt trotz der auftretenden Schwierigkeiten zu bewältigen. Als großen Erfolg kann nun der Flugplatz Kapfenberg als einziger Flugplatz in der Obersteiermark alle drei in der Luftfahrt verwendeten Spritsorten anbieten. Dadurch ergibt sich ein neuer Auftrieb für unseren Flugplatz.

Auch die Flugschule erlebte in diesen Jahren eine Umstrukturierung. Dank der langjährigen Erfahrung von Hans Gaida in der Ausbildung von Piloten konnte die Flugschule auf die neuen Anforderungen im Rahmen des Europäischen Luftfahrtrechts reagieren indem die Organisation und Ausbildung umgestellt wurde. So können auch weiterhin Piloten nach den neuesten Standards vor Ort ausgebildet werden. Diese Arbeit trägt bereits ihre Früchte und so konnten 2012 zwei neue Piloten begrüßt werden und 2013 sind drei neue Flugschüler in Ausbildung.

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